Schnell wieder hoch, Hitzefrei

Von Brixen nach Barbian (20km)

Auch bei nettester Ansprache und Shake-Hands mit der ganzen Familie fällt der Abschied vom Tourist-Hotel in Brixen nicht schwer. Der nüchterne 70er Charme steht doch in starkem Kontrast zu dieser ansonsten sehr reizvollen Stadt an der Eisack. Und nach einer kurzen Runde durch den Kreuzgang des Doms ( immer das Schönste an diesen historischen Sakralbauten; kühl, ruhig und einnehmend ohne Heiligengedöns) ging es weiter seicht abwärts, den perfekt ausgebauten Fahrradweg mit ordentlich schattenspendendem Grünbestand entlang. So weit so angenehm, aber dann folgte, was sich auf meiner digitalen Wanderkarte schon lange angedeutet hatte: Der Aufstieg. 350 Höhenmeter in 40 Minuten bringen auch den erprobtesten Wanderschaufel an seine Grenzen, besonders in der herrschenden Schwüle, die dann auch pünktlich in dicke Regentropfen mündete, genau 5 Minuten vor dem gebuchten Ziel. Kurz abgewettert im nächst erreichbaren Café wurde ich dann von einer wirklich herzlichen Wirtin empfangen, die erst mal mit mir gemeinsam einen selbstgebrannte Walnussschnaps vom Feinsten mit mir gebechert hat. Nach dem Zweiten war ich wörtlich im Höhenrausch und empfinde gerade diese Höhenlage weg von den allgegenwärtigen Verkehrstrassen als Geschenk des Himmels, wenn denn der hier befindliche schiefe Kirchturm das so durchgehen lässt.

Wie auch immer es weitergeht, ich bleibe oben, solange möglich. Allein schon der herrlichen Oldtimer wegen, die gerade bei der Abendspeisung an mir vorbeigerauscht sind und deren Verbleib ich morgen weiter erkunden muss. Mit weitem Talblick vor sich diverse Porsche 956, alte Minis oder Alfa Spyders der 60er Jahre zu erleben hat schon eine tolle Wirkung auf das Gemüt des weiterhin Rückengeplagten Wanderers. Inzwischen bin ich anscheinend in der besseren Touri-Welt angekommen, wenn auch der Versuch der Kommunikation mit anderen Gästen eher erfolglos blieb. Maulfaulheit gehört wohl zum Urlaubserlebnis hier in der Nebensaisons-Höhe. Egal, steuere ich einfach zurück zur Valli-Wirtin, wo bestimmt immer noch Geburtstag gefeiert wird und wo echte Pauli-Fans auf mich warten, unfassbar. Die Sache mit der Wanderung hier herunter steigert natürlich den Vorzeigewert des Gastes, mithin auch dessen Angebot an Selbstgebranntem. Erfreulicherweise bleiben mir einsamere Abende der relativen Enthaltsamkeit, aber wenn man mich schon mal aufbauen möchte, wer bin ich, dieses zurück zu weisen?

Morgen auf der Höhe weiter nach Oberbozen, auf jeden Fall aber weiter oben bleiben, bei angesagten 36 Grad im Bozener Tal