Von Mittenwald nach Seefeld/Tirol (17 km)
Ein angenehm leichtes Wegstück war das, rüber nach Österreich. Durch hügelige Weiden mit herrlichem Baumbestand, dann den Weg entlang der Eisenbahn hoch nach Seefeld, auch noch mal 300 Höhenmeter. Den inzwischen obligaten täglichen Regen konnte ich gut auf der Hälfte in Scharnitz abwettern. Kaum über die Grenze, schon einen Schweizer im Café getroffen, der mir noch Tipps für den Weg gegeben hat.
Und hier im Hotel Charlotte bin ich bei weitem nicht der einzige Schweizer, insgesamt ist im ganzen Ort fast nur Schwyzerdütsch zu hören. Es scheint, als nutzen die Eidgenossen diese Zeit im Interimszustand der Bergwelt, wo alles noch renoviert und geweißelt wird, zwischen der Winter- und der noch nicht begonnenen Sommersaison. Auch der Franken will gespart sein, für die Schweizer sind das ja vorinflationäre Preise hier.
Ich habe mich erst einmal auf etwas Ruhe eingerichtet, hatte bis bisher in den Bergen genug zugemutet. Meine Walking-Stöcke sind neu bereift, der Ischias mit Wärmepflaster versorgt, die Haare sind frisch gestutzt und die Seele labt sich bei Halbpension. Allerdings kribbelt es auch sofort wieder in den Füßen weiterzugehen. So einfach ist das nämlich mit dem Pausieren gar nicht, denn erst hier im Ferienort kommt bei mir das Gefühl der Einsamkeit auf, ganz anders als auf meinen Wegen allein auf der Straße, auf Wirtschaftswegen oder im Wald. Meinen Rhythmus auf diesem Weg mit anderen zu teilen hätte ich jetzt auch keine Lust mehr, das mache ich erst wieder nach meiner Rückkehr. Vielleicht muss ich es dann auch erst wieder lernen…
Zwei Tage Pause in Seefeld, dann Sonntag weiter nach Innsbruck
