Über die Donau

Von Ingolstadt nach Pfaffenhofen an der Ilm (32 km)

Was ist das heute wieder gut gelaufen, trotz Ischias, Runzelzehen und den anderen inzwischen lieb gewonnenen Zipperlein. Nach etwas zähem Auszug aus Ingolstadt, entlang der Gewerbegebiete, wie bei größeren Städten üblich, wurde es erstaunlich ländlich und ruhig, was mich inzwischen wirklich sehr sehr freut. Das Ablaufen von Bundesstraßen ist eben ein hartes Brötchen, wie am Schluss dann wieder auf der B13 vor Pfaffenhofen heraus kam, mit der geballten PS-Power dieses eindeutig übermotorisierten Landstriches, die den Wanderer zu so manchen Ausweichmanövern ins Bankett zwingt. Bisher kannte ich diese Thematik eher aus dem Hotelbereich, jetzt bin ich zum Straßenkenner und vor allem -meider geworden, wann immer möglich. Aber manchmal bleibt eben nichts anderes übrig, als die Bundesstraßen zu nutzen, solange man nicht durch den Wald oder Wirtschaftswege entlang gehen kann.

Und dann Pause nach 14 km in Reichertshofen auf einen Cappucino in der lokalen Gelateria, und endlich kann man sein rudimentäres Italienisch anwenden bei netten Betreibern, die nicht verzweifeln, sondern einfach weiter italienisch parlieren und dem Wanderschaufel auch noch das Wort „Schwitzen“ erklären und deklinieren. Allora: Sudavo troppo oggi! Grazie per la sua assistenza linguale. Und als Geschenk gab es noch eine Pepsi aufs Haus für den Weg. Ancora: Grazie! Faccio sicuramente a Venezia, con piú aiuti come la sua.

Immerhin zwischendurch durch wunderbar sanfte Hügellandschaften gegangen, die hier in der Gegend erstaunlich vielfältig genutzt werden, mit Blick auf Dammwild, auf Roggen- und frisch bestellte Maisfelder, mit Waldstücken dazwischen, und natürlich mit dem Hauptprodukt der Gegend hier, dem ???
–> Achtung, es handelt sich bei “ ???“ mal wieder um ein gesuchtes Produkt im Rahmen des beliebten Wanderschaufel-Quiz!
Der Preis: Ein großes Quantum des üblicherweise aus diesem landwirtschaftlichen Erzeugnis hergestellten Endproduktes. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen, links kann man es ja mal versuchen…

Nun ist es interessant festzustellen, wer sonst noch so in dieser Weltengegend im nördlichen Münchner Umland herumhängt. Dazu zählen: Monteure aus Polen, Türkei-Touristen mit Flug über München (max. 30 km zum Flughafen) und Gleisbauer aus NRW (Herne), die sich mit den bayerischen Bahn-Neubaustrecken auseinander setzen, an denen ich heute auch so manchen Kilometer langlaufen durfte. Jetzt noch ein zickiges Lesben-Pärchen am Tisch gegenüber, aus dem Saarland oder sonstwo westlich, dann ist zusammen mit eurem wanderndem Chronisten die Runde komplett. Prima, dass ordentlich Obstler ausgeschenkt wird, passt zum Ambiente. Brauch ich jetzt auch, nach einem völlig überdimensionierten Steak-Teller. So klappt es dann auch mit der Altmatratze im Zimmer, die mich verdächtig an die gestrige Jugendherberge erinnert (über die ich hier mal garnicht meckern will, war auch irgendwie cool…).

Morgen weiter auf Unterföhring zu