On the road again

Von Oberhof nach Hirschbach (27 km)

Heute nun ging es nach meiner zweiten Zwangspause weiter mit meiner Wanderung Richtung Süden. Und das bei allerbestem Wetter, angenehmen Temperaturen und mit Begleitung. Mein alter Freund Uwe aus Belize ist mit seiner chinesischen Freundin Yingzhi nach Oberhof gekommen und zusammen haben wir uns heute auf zum Schneekopf gemacht, um danach den Thüringer Wald weiter Richtung Süden zu gehen. Möglich gemacht hat dieses Unternehmen die Wunderbandage aus der Apotheke, welche mit seitlichen Streben und einer kräftigen Bindung mein unteres Laufgestell zusammen hält. Auch in die Schuhe passt die ganze Chose hinein, so dass von daher endlich mal wieder an die Fortsetzung meines Trips zu denken war und hoffentlich auch weiter ist..

Nach langen Asphaltstrecken mal wieder eine Tour über weiche Waldwege und Forststraßen, aber doch mit mehr Steigung und Abgängen als gedacht. Dazu ein ganzer Tag hauptsächlich auf Englisch, da mein Mandarin genauso zugeschüttet ist wie mein Schulfranzösisch. Wenn auch die Umgebung wirklich unfassbar schön ist, der Fernblick bis zur Rhön geht, viel fotografiert und gestaunt wurde, so war es vielleicht doch etwas viel, was ich meinen Gästen ohne großes Training zugemutet habe. Beide haben sich seit unserer Ankunft im Zielhotel in die Rolle der Humpelnden eingefunden, so dass ich fast schon Mitleid spüre – fast…

Traurig fast, wie einsam und blutleer so ein Ferienort wie Oberhof wirken kann, obwohl er doch in all seiner städtischen Infrastruktur für den großen Ansturm vorbereitet zu sein scheint. Überall verkünden ‚Zimmer frei‘-Schilder von der großen Erwartung, welche sich an einige wenige Leuchtturm-Events knüpft (Rennsteig-Lauf), um dann in der restlichen Zeit auf touristisches Strandgut zu warten und währenddessen in (n)ostalgischen Erinnerungen an den einzigartigen Herbert Roth (Rennsteig-Lied, Wanderwegs-Namensgeber etc.) akustisch ihre Gaststuben zu verseuchen. Aber gut, eine Entenkeule mit Rotkraut und Thüringer Tennisbällen (Rennsteig-Klöße) lang muss man das wohl mal ausgehalten haben. Wobei, muss man?
Aber die Umgebung bei Sonne und frisch ausgeruht, das hat schon was aufgeregt-euphorisches und motiviert ihn aufs Neue, den Wanderschaufel.

Morgen weiter Richtung Eisfeld/Coburg