Von Neumarkt nach Berching (21 km)
Glückwunsch den beiden Aktivitas-Alumni-Vorständen Annett und Aina zur Lösung des Johannes-Rätsels bzw. zur bewiesenen Bibelfestigkeit, über die man sich als Klostergast natürlich besonders (fremd-) freut. Nach einer erholsamen Nacht, von guten Mächten wunderbar geborgen, ist der Preis schon unterwegs und er möge den Segen bringen aus bayerischen Ordensburgen in hessische bzw. hamburgische Profanhaushalte. Wie Stefan Gwildis auf seinen Konzerten zu sagen pflegt: Hallelujah, brothers and sisters, hallelujah!
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Nein, natürlich ist es nicht wirklich flach in dieser Weltenecke, aber platt ging’s weiter für den Wanderschaufel, am Ludwig-Donau-Main-Kanal entlang, ein wirklich schräges Konstrukt, welches leider seiner Zeit nur wenig voraus war, denn nach mühevoller Anlage und dem Einsatz von vielen tausend Arbeitern ist er nur wenige Jahre später durch die aufkommende Eisenbahn überflüssig geworden. Eine Zahl am Rande hat mich noch sehr fasziniert: Auf die Länge von ca. 170km sind 46.000 Obstbäume gepflanzt worden. Für die Versorgung der Schleusenwärter, aber auch als gesamtökologisches Projekt zur Randnutzung und Vitaminversorgung der Bevölkerung im Einzugsgebietes dieses vor gut 150 Jahren immensen Bauwerkes.
Ordentlich kalt heute, aber wenigstens trocken. Zumindest bis zum Einzug in Berching, wo mich mal wieder pünktlich 2 Minuten vor den Stadttoren ein Schauer erwischt hat. Was haben diese bayerischen Orte nur, dass das immer so perfekt auf mein Tempo abgestimmt ist? Wandertouristenservice? Eher weniger, denn der Sensationsgehalt eines Typen, der die Alpen überqueren will, mindert sich hier Richtung Süden gerade deutlich ab, wie ich bei meinen Konversationen mit den Einheimischen bemerke.
Gemacht hat mir das nichts, denn nun, wo meine Füße willig und brav im Trab sind, fängt der untere Rücken an zu mucken und zieht die Aufmerksamkeit beim Gehen komplett auf sich. Neue Schmerzen braucht wirklich kein Mensch, an dieser Stelle wird es mit einer Bandage schon schwieriger. Aber da das Städtchen Berching schon sehr nett ist mit seiner Stadtmauer und den vielen Gasthäusern dachte ich mir, einfach schon mal um 15.00 Uhr Schluss zu machen für heute, auch wenn es eigentlich noch 10 km weiter gehen sollte. Es bleibt die Hoffnung auf morgen, sonst gibt es eben noch eine zusätzliche Zwangspause, noch bin ich sehr gut in meiner Zeit und beglückwünsche mich heimlich selber, die Route mit Hilfe von Google Earth so gut geplant zu haben. Es lebe der digitale Wanderer!
Ein Top-Zimmer habe ich hier nach einem kleinen Info-Schnack in der Eisdiele am Markt auch bekommen. Die Pension heißt dieses mal ‚Monika‘, ist komplett renoviert und bietet mir eine Terrasse direkt im Ort, quasi als Teil des ganzen Lebens hier, was zwar nicht das Meiste, aber für heute eben meines ist. Nun entspannt sich hoffentlich auch die Rückensituation. Darauf noch ein Weizen.
Morgen weiter Richtung Ingolstadt, wenn der Rücken mitspielt…