Kurz und schmerzvoll

Von Wienhausen nach Bröckel (8,3km)

Streckenmäßig war das nichts, aber nach einem herrlichen Abend bei Christine und ihrem köstlichen selbstgebrautem Bier kam heute morgen der Schmerz. Rechts überm Fuß ist aua, Mobilat soll es richten. Aber lieber nur ein kurzes Stück als sitzenbleiben. Immerhin schon wieder drei Dörfer weiter.
Zwischendurch auch noch Fußwechsel an den Walkingsticks, bei den edlen verstellbaren Wunderpads von Leiki guckte nur noch die überflüssige Metallspitze raus. Das ist dann klasse, durch kleine niedersächsische Bauerndörfer zu gehen und einen Rhythmus wie ein Bahnschwellenschraubenprüfer zu erzeugen, der alle anwesenden Kühe zu Höchstleistungen in der Milchproduktion bringt und die Menschen zu Stirnrunzeln. Viele alkerdings sind nicht auf den Straßen zu sehen, hier im Rest der Südheide.
Rettung nahte in Form eines Scheunentors, welches eine Werkstatt dahinter erahnen ließ und wo ich einen jungen Mechaniker mit meiner Wanderidee völlig aus dem Konzept gebracht hatte. Sodann: Metallspitzen weggeflext und neues Gummi aufgezogen. Die Profiltiefe sollte jetzt auch wieder beim TÜV Gnade finden. Fertig für weitere Großetappen, jetzt aber husch in die Sauna hier im VIVA Sporthotel.

An die Aller

Von Hermannsburg nach Wienhausen (34,8 km)

Was ein Schietwetter, jedenfalls zum Schluss. Vorher war es stundenlang mehr Drohung als nass.
Die dritte Etappe über 30 km hatte es in sich: Matschwege, Regenschauer und insgesamt sehr gastronomielos, so dass ich mein Budget gut sparen konnte für das formidable Ende im Mühlengrund Wienhausen. Ich habe mich sehr gefreut, meine Mitschülerin Christine vom Internat LSH in ihrem wirklich empfehlenswerten Gasthof zu treffen. Wer immer mal knapp rechts (östlich) von Celle unterwegs ist, dem sei eine Einkehr dringend empfohlen.
Der Abend war schon sehr besonders, insbesondere weil ich zukünftig nicht noch weitere Gastronomen-Freunde besuchen kann und von daher auf mich allein gestellt bin. Aber ich freue mich jetzt schon auf nette Couchsurfing-Kontakte, die mir mein Weiterkommen auch sozial bereichern und erleichtern mögen.

Morgen nur ein kleines Stückchen – von Wienhausen nach Uetze, so ca. 8 km. Dann Sauna – habe ich mir doch verdient, oder?

Panzerstraßen mit Gegenwind

Von Bispingen nach Hermannsburg (32,6km)

Heute bei meist sonnigem Wetter dem Wind kräftig entgegen gegangen. Übel zu spüren auf allen Freiflächen, und davon gabs einige. Erst aber ging es über 10km die Panzerstrasse auf dem Truppenübungsplatz längs. Keine Menschenseele unterwegs, komplett allein über die Breite Asphaltpiste ohne Markierungen. Irgendwie bizarr.
Und da es auch nirgendwo eine Einkehr gab, sitze ich jetzt im Ludwig-Harms-Haus Hermannsburg als einziger Gast, wo sonst die Missionare sich treffen.

Heute mal ein kleines Quiz für euch, liebe Leser: Wie hieß das Schiff, welches der Hausnamensgeber bauen ließ, um damit Missionare nach Afrika zu befördern? Der erste Kommentarschreiber mit der richtigen Lösung bekommt ein persönliches Andenken aus Venedig von mir mitgebracht! Wenn das nichts ist…

Morgen weiter nach Wienhausen. Es soll Regen geben, Mist

Bei Sonne entlang der Sandwege

Von Jesteburg nach Bispingen

Im Zeichen der Muschel

Im Zeichen der Muschel

Ein herrlicher sonniger Wander-Walking-Tag. Mit allen Klischees, welche die Lüneburger Heide bietet: Kutschen, Schäfer mit Schnucken, einsame Waldwege, malerische Niedrigwuchs-Felder ohne Farbe, öde Ausflugsgaststätten auf dem Stand und in dem Tempo der 70er Jahre. Bei 15 Grad aber perfektes „Die Welt ist auch mit dicken Eis-essenden Plärrkindern schön“-Wetter.

Immerhin: Die erste Großetappe mit 32 km. Und das auch noch auf dem Jakobsweg des Nordens, bin ca. 14km an dem Muschelzeichen lang gelaufen.

Morgen wartet das Gleiche. Aber außer einer gesunden Grundmüdigkeit und Beinschwere bisher keine Malessen. Auf das es so bleibe…

In die Nordheide

Im Weiteren unten die Strecke nach Jesteburg zu meiner Schwester Doris. Von Sottorf nach Jesteburg, den eigentlichen Anfang der Heide.

Start bei Aprilwetter

Die ersten 21 km liegen hinter mir. Durch den Jenischpark ging es nach Teufelsbrück und von dort mit der Fähre über die Elbe. Dann nach Finkenwerder mit Brötchenstop und fröhlich neben den Containerlastern durch den Hafen bis Hausbruch. Ab da Waldwege durch die Harburger Berge – ja, die gibts auch in Hamburg! – bis nach Sottorf ins Hotel Cordes. 5,5 Std Gehzeit mit Pausen, das reicht mir für den ersten Tag. Viel Sonnenschein, Stürm und zwei mal Hagelschauer, alles dabei heute. Zeit für mein erstes Wanderweizen und ein trockenes Shirt. Es geht gut los!