Vin Bad Rodach nach Seßlach (23 km)
Toll: Endlich komplett in Bayern gelandet, nach weiterem hin und her über den fränkisch-thüringischen Grenzstreifen entlang der Rodach sitze ich nun in einem wunderbaren Biergarten in der historischen Altstadt von Seßlach – und lausche interessiert den Herren am Tisch gegenüber, die sich in bestem Norditalienisch unterhalten, nur dass ihr deutscher Gastgeber das Wort ‚Ente‘ nicht erklären konnte. Mit einem lässigen „Anitra“ konnte ich helfen und ich freue mich diebisch über dieses erste italo-linguale Erfolgserlebnis auf meinem Trip, welches hoffentlich in der nächsten Zeit durch den von mir erworbenen iPad-Sprachkurs weiter gefestigt und möglichst oft noch wiederholt werden kann. Was freue ich mich auf Italien!
Aber erst einmal Franken bewältigen. Da habe ich noch ein paar Tage nach, bis ich Nürnberg passiert und meinen Weg Richtung München weiter fortgesetzt habe. In der Zwischenzeit erfreue ich mich an den vielen Attraktionen, die mir so begegnen auf dem Weg, und das ständig: Der Duft nach frisch geschlagenem Holz, natürlich der Raps, die vielen reisenden Schnecken, die den nassen warmen Asphalt auf den ausgebauten Wirtschaftswegen genießen, die immer wieder neuen Ausblicke unter einem gerade heute sehr wechselhaftem Himmel, so viele kleine Dinge, die sich permanent verändert darbieten, dass es einfach Entschleunigung pur ist. Das Tempo, von den Leki-Stöcken vorgegeben, verändert sich eigentlich kaum, nur der Stockeinsatz und die eingesetzte Kraft variieren je nach Topographie. Gerade in diesen doch eher ebenen Gegenden Meditation pur. Nur manchmal will der Körper motiviert werden, daher auch zwischendurch mal ein Weizen – en route natürlich a-frei, versteht sich.
Morgen weiter bis kurz vor Bamberg
…hier fehlt noch der Hinweis auf einen der schönsten Orte auf meiner Wanderung, nämlich auf Ummerstadt. So muss das wahre Mittelalter-Marktplatzfeeling gewesen sein. Und zu DDR-Zeiten hat hier eine Garnison Grenzwächter (hauptsächlich auf sich selbst!) aufgepasst. Schräg…







