Von Mühlhausen nach Bad Langensalza (20 km)
Heute wieder mal das beliebte Wanderschaufel-Quiz: Wer bzw. welche Band aus den neuen Bundesländern brachte uns meinen heutigen Ohrwurm – „Komm mit mir ins Abenteuerland, der Eintritt kostet den Verstand!“ – im Original zu Gehör? Es winkt eine handverlesen-ostige Postkarte aus meinem morgigen Ziel Gotha, habe mir extra das Googeln verkniffen.
Aber im Abenteuerland war ich heute, direkt entlang der B247, ein Traum. Bei Regen, ohne Fahrrad- bzw. Gehweg, mit reichlich Verkehr und tollen Schockmomenten bei der Annäherung von aufgemotzten VW Golf mit Loch im Auspuff – herrlich! Sogar meine GPS-Peilung sieht pietätvoll über dieses unwürdige Wegstück hinweg und macht einen glauben, ich sei die zweite Hälfte meiner Route geflogen. Es sei verraten: Bin ich nicht, wäre ich aber gerne. Tatsächlich habe ich im starken Gewitterregen unter der Eisenbahnbrücke (immerhin) einen Blick auf den DB Navigator geworfen. Und ich hätte einen Regionalzug nehmen können zwischendurch. Habe ich aber natürlich nicht.
Stattdessen habe ich lieber meinen Check-in in der gebuchten Pension Weintraube abgebrochen. Selten so eine unfreundliche Besitzerin getroffen, unmöglich. Haus leer, aber ich sollte das Einzelzimmer mit einem Vorhang zum WC bekommen. natürlich ohne WLAN, für dieses Deluxe-Feature meinte Madame, mir 22 mehr abknöpfen zu können, dann hätte ich auch eine Klotür. Beherzt den Meldeschein zerrissen und wieder raus in den Regen gegangen, hat man mir in einer Bar nebenan gleich einen guten Tipp für eine sehr nette Unterkunft 3 Ecken weiter gegeben. Und tatsächlich wurde ich im Hof lachend von der Chefin begrüßt. Sie hat sofort gewusst, von welchem Laden ich gekommen war und jetzt ist heute für mich nach einer köstlichen Pizza Scampi alles gut. Aber mich in meiner selbstgewählten Einsamkeit auch noch anpupsen zulassen, dass brauche ich nun gerade gar nicht.
Überhaupt, die Ansprache. Die fehlt mir schon sehr und ich bin froh, meine digitalen Kommunikations-Helferlein dabei zu haben. Daher immer Hand am iPhone, sei es zum Route checken, zum Route tracken oder zum Nachrichten empfangen und senden. Eigentlich muss ich das ganze nochmals analog-puristisch angehen, aber das werde ich hier und heute ganz bestimmt nicht verkünden. Bin froh, wenn ich dieses Abenteuer hier im Land überstehe. Und für die Besorgten unter euch: Ja, ich bekomme viele mitfühlende Kommentare und Nachrichten, dafür meinen aufrichtigen Dank und: Ja, die Mauken schmerzen immer noch höllisch unterwegs. Aber selbstgewählt, das Schicksal, Mitleid mithin unpassend.
Morgen weiter nach Gotha
Unglaublich, wie Du die km runter reißt! Hochachtung! Und ab morgen ist wieder Sonne angesagt!
Oh Grusel, die Band war „Pur“…..übel wie die Chefin aus der Herberge.
Aber über Geschmack lässt sich ja nicht streiten :-)))
Nee, über Ohrwürmer auch nicht, die kommen mir die ganze Zeit und sind teilweise zum posten VÖLLIG ungeeignet, da megapeinlich.
Aber eigentlich, Martin, sind vormalige Gewinner des Wanderschaufel-Quiz von der weiteren Teilnahme ausgeschlossen. Vielleicht ändert sich aber ja noch was an Größe und Modell der venezianischen Gondel aus garantierter China-Produktion. Ich weiß: Du gibst dir Mühe, aber WO BITTE SEID IHR ANDEREN DA DRAUSSEN, MEINE RÄTSEL ZU LÖSEN, HÄ?
Hab extra lange gewartet, aber offenbar gibts sonst keine Hartmut Engler Fans 😉
Für alle Follower die PUR doch noch für sich entdecken möchten:
http://m.youtube.com/watch?v=_1Cy7OxdpDw
Weiterhin viel Spaß, trockeneres Wetter und freundlichere Herbergs-Mütter.
P.S. Da ich in Unkenntnis von der Teilnahme ausgeschlossen war, kannst du die Karte ja an Deine Familie schicken.
OK, Martin, das Ändern von Regeln im Nachhinein ist ja auch wirklich höchst fragwürdig. Da ich ein Stück weit auch das Gute in mir suche kommt der Preis natürlich noch. Habe gerade prima Zeit im Wanderwunderland Oberhof – nebelig wie meistens.
Ist eine Frage der Anreize, oder?
Postkarte aus Gotha??? 🙂
In Anlehnung an den großen Schriftsteller des Ostens Karl May, wäre PURs „Wo sind all die Inidaner hin“ ja noch ein Ohrwurm für die nächste Etappe – naja, der kam allerdings aus Sachsen und nicht aus Thüringen. In jedem Fall: wilde Cowboys mit ordentlich Pferdestärken unter der Haube hattest du ja offenbar genug auf der B247.