Am Kanal

Von Diepelsdorf nach Neumarkt in der Oberpfalz (28 km)

Nein, kein Postbauer-Heng, auch wenn ich doch so gerne dort gewesen wäre. Aber der Regen verlangt flexible Streckenanpassungen, und ein extremer Gewitterschauer direkt in Altdorf bei Nürnberg (Partnerstadt ist Altdorf UR in der CH), 300 Meter vor dem Gasthof Sonne, in welchen ich dann erst einmal triefnass geflüchtet bin hat mich überzeugt, das der angesteuerte Wald-Berg-Weg nicht zu machen ist mitten in diesem Aprilgehabe von Petrus‘ seinen Untergebenen.
Trotz freundlicher Bedienung der Dirndl-Chefin hat sich leider keine weitere Allegorie auf dieses Sonne-Regen-Paradox entwickeln lassen, die von mir ja durchaus offen kontaktierten Einheimischen geben zum Teil Laute von sich, auf denen selbst ich keine Konversation aufbauen kann. Da war ich froh, dass ich wenigstens meine Klamotten in der Wirtschaft strategisch so verteilen konnte, das alles schön aufgehängt und ausgebreitet war und es trotzdem nicht peinlich aussah.

Dann also weiter auf dem Fahrradweg unter der A3 durch (unfassbar, wie weit Autobahnen ohne. Lärmschutzwand zu hören sind!) und irgendwann dann rechts rum zum Kanal. Hoch! Das hat mich verwirrt und erst das Schild am Ludwig-Donau-Kanal hat mich belehrt, dass es 10 Dämme gibt, die aus dem Aushub der tiefer gelegenen Teile aufgeschüttet wurden und daher das Wasser fast 20 Meter über Straßenniveau transportieren. Und das 1860, mit bis zu 9000 Arbeitern. Ob die auch immer abends ein Weizen am Hals hatten wie euer Wanderschaufel? Ich wünsche es ihnen posthum, von ganzem Herzen und mit der Unterstützung von St. Josef hier in Neumarkt, dessen Gast im Kloster ich heute sein darf.

Und mein Zimmer heißt tatsächlich „2.104 Johannes“. So steht es an der Tür, aber wer eine entsprechende Bibelstelle auftun kann, die damit korrespondiert, dem soll ein original oberpfälzisches Devotionaleum zu Teil werden. Gilt aber nur für schnelle Antworter bis morgen früh, 14.5., 9:00 Uhr.
Ja, Martin, du darfst mitmachen, auch nach zwei gewonnenen Preisen noch!

Morgen weiter möglichst bis Beilngries/Altmühl

10 thoughts on Am Kanal

    • Ach Annett, so viel Mühen! Aber es wird alles gesehen und gelesen, wenn auch immer wieder sehr kritisch gewürdigt vom Wanderschaufel.
      Also: die Bibelstelle ist gar nicht schlecht, jedoch völlig ohne Bezug zu Johannes. Wir können sie also leider nicht gelten lassen.
      Und die vorherigen Kommentare sind auch angekommen.
      Gibt immerhin ein Fleißbienchen und ein ‚!‘ vom Editor

  1. Lieber Stefan, deswegen ist es so langweilig im Kallmorgenweg: Du bist eben «eben mal weg». Weit weg. Lange weg. Das ist ja wirklich unglaublich, eigentlich ein Traum, aber Du machst das. Dir geht es gut und ich finde es überaus bewundernswert. Viele herzliche Grüße von Deiner Nachbarin No24

  2. Noch mal ein Versuch, da mein Kommentar wohl vom System gekillt wurde..
    Sehr nett das Du auf der Etappe direkt an meinem Zweitwiohnsitz vorbeigegangen bist. Kurz vor der Eisenbahnunterführung vor dem Ortsschild Altdorf das Anwesen auf der rechten Seite. Hätt ich das gewusst würde man Dir Quartier, Speis und Trank geboten haben.
    Freu mich schon auf dem ausführlichen Bericht, wenn Du wieder da bist
    Lg arif

  3. Altdorf! das schöne fränkische Dorf – und wirklich Dorf, Dorf, Dorf. Immer wenn ich da bin, fühle ich mich als wäre ich von einem anderen Planeten. Freue mich auch schon auf deine Reiseberichte! Komm gut über die Berge!
    Annette

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