Von Borgo Valsugana nach Grigno (18 km)
Leider muss ich noch mal an dem Kartenausschnitt arbeiten, denn natürlich will ich nur den erwanderten Weg anzeigen und keine Schleife, die ich heute mit dem Zug zurück gemacht habe. Manchmal vergesse ich eben, dass auch der richtige Track auf dem Smartphone aufgezeichnet sein will.
So nass der Tag auch anfing, es war schön, den heutigen Sonntag mit einem Klavierkonzert der örtlichen Musikschule zu beginnen. Zufällig hatte ich den Anschlag gesehen, zeitlich war genug Luft, so dass ich bis mittags erst mal in Kultur versunken war. 8 Schüler haben ihr Bestes gegeben, in qualitativ aufsteigender Abfolge, Beethovens 10. Sonate in G-Dur zum Schluss war gekonnt dargeboten vom offensichtlichen Streber der Klasse. Applaus von allen Eltern, Großeltern, Geschwistern, Onkeln und Tanten und auch vom Wanderschaufel, der doch mit einigem Erstaunen in dieser untereinander wohlbekannten Gruppe als Fremder interessiert wahrgenommen wurde. Nein, hier verirren sich um diese Zeit nun wirklich keine Ausländer in völlig unitalienischem Wanderaufzug hin.
Da noch genug Regen in der Luft lag wurde das Hotel kurzerhand verlängert, was mich in den Genuss der Trentino-Gästekarte brachte, mit der man u.a, die Züge der Gegend kostenfrei nutzen kann. Daher blieb der Rucksack im Zimmer und ich ging trotzdem weiter auf meinem Weg Richtung Lagune. Dieses Mal komplett erleichtert, was meine Füße wie auch meinen Rücken zunächst ziemlich irritiert haben. Beide fingen nach kurzer Zeit an zu murren, was sich dann aber schnell gegeben hat. Wir sind eben ein eingespieltes Team inzwischen.
Schnell ging es voran heute, permanent leicht bergab und ohne Pause waren die 18 Kilometer in gut drei Stunden abgelaufen. Gerne wäre ich auch noch weiter gegangen, aber prompt fing es wieder an zu regnen, so dass ich mich zum lokalen Bahnhof aufmachte, den Ausgangspunkt mit meinem wartenden Rucksack wieder zu erreichen. Und wenn man dann noch richtig den Fahrplan liest, muss man nicht auch noch über eine Stunde auf dem ziemlich verwaist wirkenden Bahnhof inmitten des doch recht einsamen Valsugana herumlungern. Sonntags heißt festivi und da gibt es nun mal nicht jede Verbindung, zumindest die von mir per Internet ermittelte war nicht vorhanden, man hätte es lesen können.
Morgen weiter nach Cismon del Grappa, von Grigno aus, bis dahin gratis mit dem Zug, den ich heute schon nutzen durfte. Bleibt aber alles innerhalb der selbstgesetzten Regeln, claro! Und die Provinz Veneto zumindest habe ich dann auch schon erreicht.
Na das hört sich doch alles herrlich entspannt an 🙂