Durch Salzgitter

Von Söhlde nach Liebenburg (27,6 km)

Der Morgen hat mit einem tollen Frühstück allein im Gästehaus Ottilienhof angefangen. Neue Zimmer im alten Bauernhaus, Nobelhütte, leicht bayerisch angehaucht. Nachdem am Vortag das einzige Restaurant geschlossen hatte und es nur Döner gab als einzige Alternative, hat mich das frische Brötchen und der Aufschnitt sehr gefreut.
Dann ca. 12 km Straße laufen bis Salzgitter-Lichtenberg, wo ich ja schon mal ein Jahr gearbeitet hatte. Im Lichtenberger Hof bin ich manches Mal abgestiegen, diesmal war es nur ein alk-freies Weizen bei Fam. Lewandowski, die mich aber wiedererkannt haben. Vorher noch die Rundumverarztung: Voltaren Pillen und Gel jetzt am Start, dazu ein Magenmittel, damit man das Zeug auch länger aushält, wonach es bei mir unbedingt aussieht.
Weiter dann durch einen zunächst eher langweiligen Wald, dessen Weg aber dann in eine MTB-Strecke überging, und die war über 3 km einfach nur noch Matsch! Das Leid habe ich mir dann mit zwei Radeljungs geteilt, die einfach nicht an mir als altem Schlammwanderer vorbei kamen.
Nach der Begegnung mit dem doch recht trüben Salzgitter-Bad -auffallend viele Herren mit ungepflegtem grauen Haar und Plastiktüten voller Bier – ging es dann am Golfplatz vorbei so richtig in den Harz hinein. Die Industrie habe ich irgendwie komplett umgangen und ich freue mich auf eine gute Zeit im Harz. Übernachtung mit diversen Monteuren etc. im Hotel zur Post.

Morgen dann Goslar mit Stadt- und Pfalzbesichtigung und danach Couchsurfing bei Alexander. Sein Großvater passt in seinem Herrenbekleidungsgeschäft auf meinen Rucksack auf, schon organisiert. Bin total begeistert 🙂

1 thought on Durch Salzgitter

  1. Es gibt Probleme, die Du nicht hast, Stefan!

    Männergeschichte:
    Das Blutbad kündigte sich schon vor Wochen an – auf dem Spielplatz.
    Wir schauten zu, wie sich unsere Sprößlinge an die Kehle gingen, und mein
    Freund Kai fragte: „Meinst du, der Chinese wertet ab?“
    Das Bedenkliche war: Ich hatte mit der Frage gerechnet. Die Knirpse würden
    ihre Angelegenheiten regeln, aber China drückte erheblich auf die Stimmung.
    Früher hatten wir übers Kino geredet oder die Bundesliga. Doch in Tagen wie
    diesen sind Kleinanleger in erster Linie Kleinanleger und als solche auf Insidertips angewiesen, auf ein gutes Informantennetz. Kai zum Beispiel kennt einen pensionierten Broker und mich. Ich wiederum kenne China aus Zeiten, als ich die „Peking Rundschau“ abonniert hatte, und ich weiß, was Schweinefleisch süßsauer auf chinesisch heißt: „Nummer 32“.
    Unsere Sprößlinge waren mittlerweile in einen ausdauernden Stellungskrieg verwickelt, beschmissen sich mit Sand, andere Kinder gerieten in die Schußlinie, Mütter schrien auf – ich behielt die Nerven.
    Für den Kleinanleger ist das wichtigste: Nerven behalten. Der Chinese, meinte ich, würde nie abwerten. Der Asiate im allgemeinen werte ungern ab. Damit würde er sein Gesicht verlieren. Kai nickte befriedigt. Dann begannen wir vorsichtig, unsere Söhne zu entzerren, und verloren kurzfristig mächtig an Gesicht.

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