Am Rande von Deutschland

Von Kochel nach Mittenwald (31 km)

Die Grenze ist nicht mehr weit. Da merkt man zwar nichts von, aber morgen ist der lange Deutschland-Teil meiner Wanderung zu Ende. Trocken wars, anstrengend wars, schließlich sind auch noch über 600 Höhenmeter dazu gekommen, beeindruckend schön wars, denn die Bergkulisse links und rechts bildet ein angemessenes Spalier für meinen Auszug gen Österreich und weiter nach Italien.
Ziemlich ermattet verbringe ich den Rest des Tages in unsäglichem Kitsch in meinem Hotel in Mittenwald. Nicht nur, dass die Häuser alle mit Graffiti (hier vornehm Lüftelmalerei genannt) vollgemalt sind, auch innen ist Schlichtes verpönt, es muss anscheinend immer von allem viel zu viel da sein. Schlafe heute mit drei Seidenrosen am Stiel, sorgsam einzeln um das Bett drapiert. Und in 15-20 Jahren ist dann alles Dornröschenmäßig zugewachsen, wenn das jetzige Publikum nicht mehr auf Erden weilt. Neues wird auf diese Weise kaum kommen. Aber zum Thema Hotels auf dem Weg vielleicht mal ein separates Kapitel, wenn etwas mehr Zeit ist. Jetzt braucht der Wanderschaufel Erholung.

Morgen rüber nach Österreich bis Seefeld in Tirol

2 thoughts on Am Rande von Deutschland

  1. 31 Kilometer zu Fuß. An einem Tag. In den Bergen. Als „geneigter Norddeutscher“. Und dann noch Lüftelmalerei … Hatte ich schon gesagt, wie beeindruckt ich bin? Weiter so, lieber Stefan. Und komm gut nach Austria!

  2. Wunderbar, der Schreibstoff geht Dir nicht aus 🙂 freue mich jetzt schon auf Deine Hotelgeschichten 😉 also dann wundervolle Wege heute für Dich….

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